Das Herz als Kompass

Das Herz, vor einigen 100 Jahren noch Heimat der Seele und des wirklichen Wesens eines Menschen, wurde im 20. Jahrhundert entmystifiziert und zur bloßen Pumpe für Körpersäfte erklärt.

Wissenschaftliche Forschung hält nicht still, entwickelt sich fortlaufend
weiter, und nicht immer geradlinig.

Wir wissen heute, dass das Herz über ein eigenes Netzwerk von mindestens 40 000 Nervenzellen verfügt, so dass man es geradezu als ein zweites
Gehirn bezeichnen kann.

Dieses Herz-Gehirn (intrinsisches Nervensystem) funktioniert weitgehend autark. Es kann über Äste von Nervenzellen Informationen aufnehmen, und seine Funktionen an diese Informationen anpassen. Entsprechend seiner
Erfahrungen verändert es sich – man könnte also sagen, dass es ein
Gedächtnis hat und lernfähig ist.

Es spürt Veränderungen schneller als das Kopf-Hirn. Dadurch kann es
Situationen intuitiv einschätzen und bewerten. Wenn du also einmal
plötzlich etwas genau weißt, und dir nicht erklären kannst, woher…so kommt dieses Wissen wahrscheinlich von deinem Herzen.

Das Herz kann Hormone freisetzen und über seine Vernetzung mit dem VNS  direkt unser Kopf-Hirn beeinflussen. Tatsächlich führen mehr Ganglien vom Herzen zum Gehirn als umgekehrt.  Durch sie wirkt das Herz sowohl auf die Großhirnrinde ein, als auch auf Hirnzentren, die für die Gefühle
zuständig sind, wie die Amygdala. Über das Gehirn nimmt es auf den
gesamten Organismus Einfluss.

Es besitzt ein elektromagnetisches Feld, das stärkste des Körpers, das über mehrere Meter Entfernung gemessen werden kann und für andere
Menschen spürbar ist. In diesem Sinne hat das Herz auch eine soziale
Funktion, und gestaltet unsere Kontakte zu anderen Menschen wesentlich mit.

Weit mehr als eine Pumpe ist es also ein wahrhaft psycho-physisches
Organ, der Ort an dem Körper, Geist und Gefühle zusammentreffen.
Deshalb ist es viel näher an dem ursprünglich „romantisierten“ Bild als an dem der geist – und seelenlosen Blutpumpe.

Meine Arbeit in der Praxis für Herzgesundheit und Lebensfreude widmet sich deshalb nicht nur der Frage, wie kranke Herzen auf natürlichem Wege wieder heiler werden, oder wie wir Herzkrankheiten vorbeugen können.
Vielmehr arbeite ich darüber hinaus mit Methoden, die das Herz-Hirn mit unserem Kopf-Hirn koordinieren, Zugang zum intuitiven Wissen des
Herzens verschaffen und die Herzkohärenz steigern, also unser Herz ins
Gleichgewicht bringen können.

Das regelmäßige Herbeiführen des Zustands der Herzkohärenz führt zu mehr emotionaler Ausgeglichenheit, Gelassenheit und einer Zunahme von Gefühlen wie Zufriedenheit und Vertrauen. Verbesserung körperlicher
Symptome wie Bluthochdruck, Schlafstörungen, Abwehrschwäche und
dauerhafter muskulärer Anspannung, sind  in diesem Zusammenhang durch mehrere Studien belegt.

Wissenschaftlich lässt dieser Aspekt meiner Arbeit sich als
Psychokardiologie bezeichnen.
Für mich persönlich geht es darum, wie wir wieder lernen können, uns am Lebenskompass unseres Herzens zu orientieren.